Professur für Internationale Planungssysteme

Collaborative Gardening zur Revitalisierung von Städten am Beispiel von Guadalajara, Mexiko

Zeitraum: 9. April – 4. Juli 2018 (12 Wochen)

Teilnehmer: 5 Studierende

Betreuer: Prof. Dr. Karina Pallagst, Jakob Schackmar

Berater: Prof. José G. Vargas-Hernández (Universidad Guadalajara)

Praxispartner: César Lepe Medina (Stadtverwaltung Zapopan)

Sprache: Deutsch, Literatur und Interviews auf Englisch und teilweise auf Spanisch


Die Verstädterung in vielen Ländern der Erde wird weiter voranschreiten, wodurch künftig zahlreiche weitergehende Herausforderungen wie Luftverschmutzung, Wasserknappheit, Wohnungsnot oder soziale Ungleichheit noch stärker zu Tage treten. Collaborative Gardening verbindet als Teil der Bioökonomie das städtische Gärtnern mit einem gesellschaftlichen Kontext und hat viele positive Effekte, wie die Verkleinerung des ökologischen Fußabdrucks oder die Sicherung der Ernährung von Stadtbewohnern. Collaborative Gardening kann, auch durch das wachsende Bedürfnis von Stadtbewohnern, sich selbst gärtnerisch zu betätigen und sich in bürgerschaftlichen Projekten zu beteiligen, als Chance gesehen werden, dicht bebaute Städte zu revitalisieren und den Herausforderungen der Verstädterung entgegen zu treten.

Die Metropolregion Guadalajara in Mexiko sieht sich mit stetigem Einwohnerzuwachs konfrontiert und diente dem Studienprojekt als Fallbeispiel. Die Gemeinde Zapopan, als Teil Guadalajaras, gehört zu den am schnellsten wachsenden Gemeinden ganz Mexikos, wodurch sie sich mit weitreichenden Problemen wie Wasserknappheit, einem hohen Siedlungsdruck, einer überlasteten Verkehrsinfrastruktur, großen sozioökonomischen Unterschieden sowie einer hohen Kriminalitätsrate konfrontiert sieht. Um diesen Herausforderungen entgegenzuwirken, wurde seitens der Stadtverwaltung der agrarökologische Park Zapopan gegründet, der zu einem sozialen Bewusstsein und zur Umweltbildung beitragen soll und als Begegnungsstätte in der Nachbarschaft dient.

Ziel des Projektes war es, konzeptionelle Ansätze der Entwicklung und Vernetzung von Collaborative Gardening Projekten zu erarbeiten. Das Masterprojekt zum Thema steht in engem Zusammenhang mit dem vom BMBF geförderten Forschungsprojekt „GIAGEM – The role of green innovation areas in revitalizing Mexican and German cities“, in dem Projekte zur Bioökonomie und grünen Infrastruktur im Rahmen der Stadtentwicklung untersucht werden. Die Studierenden wurden im Rahmen des Masterprojektes in dieses Forschungsprojekt eingebunden und erhielten so die Möglichkeit, aktuelle Entwicklungen konzeptionell zu begleiten.

In diesem Zusammenhang wurde eine einwöchige Exkursion nach Guadalajara durchgeführt. Dabei wurden gemeinsam mit den Partnern vor Ort (Universität Guadalajara, Stadtverwaltung Guadalajara, NGOs aus der Gemeinde Zapopan) neue Ansätze aus dem Bereich „Collaborative Gardening“ durch Expertengespräche, gemeinsame Workshops und den Austausch mit Studierenden der Universität von Guadalajara untersucht und erfasst.

Die bestehenden Kontakte boten den teilnehmenden Studierenden die Möglichkeit zum interaktiven Austausch und zu forschendem Lernen. Sie erhielten die Chance, sich vor Ort mit den Akteuren und Studierenden über planerische Strategien auszutauschen und eigene Konzepte und Ideen in den Prozess einzubringen.

Eine Analyse der bestehenden Stärken und Schwächen sowie Chancen und Risiken des agrarökologische Park Zapopan diente als Grundlage um passgenaue Handlungsempfehlungen zu entwickeln und weitergehende Konzepte für zukünftige Entwicklungsoptionen zu entwerfen.

Das Projekt wurde in enger Abstimmung mit der mexikanischen Partneruniversität Universidad Guadalajara, sowie zahlreichen Praxispartnern vor Ort durchgeführt. Zudem wurden einige Experteninterviews mit lokalen Akteuren in verschiedenen Collaborative Gardening Projekten vor Ort geführt.

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