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S+O Stadtumbau + Ortserneuerung

10/25 Fachexkursion Oberlausitz

Bei der Fachexkursion im Oktober 2025 ging es für die Teilnehmenden in die Oberlausitz. Die Gruppe aus Studierenden, Mitarbeitenden und Externen erwartete ein abwechslungsreiches Programm rund um den Strukturwandel in der Region. Zahlreiche örtliche Akteur:innen trugen maßgeblich zum Gelingen bei. Sie gewährten aus der Perspektive der Stadtverwaltung, der Kommunalpolitik, als Projektexpert:innen, als engagierte Bürger:innen oder aus der Forschung detaillierte Einblicke.

Das Exkursionsprogramm startete am Montagmorgen in Weißwasser. Bei einem Vortrag und einer anschließenden Radtour begaben sich die Teilnehmenden auf die Spuren des Strukturwandels und erkundeten den Muskauer Faltenbogen mit seiner Tagebaulandschaft. Höhepunkte der Radtour waren unter anderem die Besichtigung des soziokulturellen Zentrums Telux in einem ehemaligen Glaswerk, weitere Industriedenkmale der Moderne, wie der Neufert-Bau, die Fahrt durch den rückgebauten Stadtteil Weißwasser-Süd sowie der Aussichtsturm am Schweren Berg mit Blick auf den Tagebau Nochten.

Am Dienstag lernten die Exkursionsteilnehmenden Görlitz besser kennen. Nach einem Rundgang durch die von Baudenkmälern, Leerstand und einer Vielzahl an Plätzen geprägten Innenstadt machte sie sich die auf den Weg in die Wohngebiete Königshufen und Rauschwalde. Dort setzten sie sich mit der Frage auseinander, wie die kommunale Wohnungsbaugesellschaft mit dem Bevölkerungsrückgang und geänderten Anforderungen an den Wohnraum umgeht. Neben einem Quartiersrundgang besichtigten sie verschiedene Wohnungen. Der Tagesabschluss stellte ein Besuch beim Interdisziplinären Zentrum für transformativen Stadtumbau dar. Die Forscherinnen stellten dort verschiedene Projekte vor, beispielsweise das Probewohnen in Görlitz.

Der nächste Tag startete mit dem Besuch in Ostritz. Die Kleinstadt, die für ihre Friedensfeste als Zeichen für Toleranz und Weltoffenheit bekannt ist, ist geprägt von starkem zivilgesellschaftlichem Engagement. Auf einem Rundgang stellten Bürger:innen verschiedene Projekte des Vereinshaus Ostritz e.V. vor. Das Highlight des Besuchs war die Besichtigung des Mewa-Bads. Die zweite Tageshälfte führte die Exkursionsgruppe nach Zittau. Die dortigen Stadtentwicklungsgesellschaft brachte den Teilnehmenden die Projekte der Stadtentwicklung und Stadterneuerung vor Ort näher.

Auch am vierten Tag stand der Strukturwandel im Mittelpunkt. Durch die Vorstellung des Projekts Revierwende lernten die Exkursionsteilnehmen den Fortschritt und die Auswirkungen des Kohleausstiegs aus Gewerkschaftssicht kennen. Anschließend besuchte die Gruppe Hoyerswerda. Bei einem Rundgang besichtigten sie eine umgenutzten Kirche und verschafften sich von der Dachterrasse eines Geschosswohnungsbaus einen Überblick auf die umgebende Bebauung, den nach Rückbau entstanden Stadtpark sowie Kohlekraftwerke und Tagebaugebiete.

Am letzten Tag besuchte die Exkursionsgruppe Löbau. Nach einem kurzen Rundgang durch die Stadt, folgte eine Führung durch das Haus Schminke. Das von Hans Scharoun für die Fabrikantenfamilie Schminke entworfene Wohnhaus gilt als bedeutendes Architekturbeispiel der klassischen Moderne. Direkt angrenzend befindet sich die ehemalige Nudelfabrik. Bei einer Besichtigung bekamen die Exkursionsteilnehmenden Einblicke in das Projekt „Fabrik reanimiert“, das sich darum bemüht, für den Gebäudekomplex geeignete Nachnutzungen zu finden und ihn zu sanieren.