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S+O Stadtumbau + Ortserneuerung

07/20 Präsentation der Entwürfe für das Areal der Kleber-Kaserne Kaiserslautern

Wie sieht die Stadt der Zukunft aus? Wie kann Städtebau das gemeinschaftliche Leben fördern?

Das Modul Großer Entwurf wird durch das Fachgebiete S+O in Kooperation mit dem Lehrstuhl Stadtplanung betreut. Die Covid-19-Pandemie stellte uns alle vor große Herausforderungen, da durch die eingeschränkte Bewegungsfreiheit der gewohnte persönliche Austausch zur Erarbeitung und Diskussion während der Aufgabenbearbeitung entfielen und durch rein digitalen Dialog ersetzt werden mussten.

Das Plangebiet des diesjährigen Entwurfs war die Fläche der heutigen Kleber-Kaserne im Osten Kaiserslautern. Auftrag war, einen städtebaulichen Entwurf und die Darstellung einer Umsetzungsstrategie für eine gemischte Nutzung aus Gewerbe und Wohnen auf dem Kasernenareal zu erarbeiten. Die Ergebnisse wurden am 16. Juli in Anwesenheit von Herrn Joachim Wilhelm vom Stadtplanungsamt der Stadt Kaiserslautern präsentiert.

Entwurf

Innerhalb der Stadtgrenzen Kaiserslautern befinden sich mehrere von den USA militärisch genutzte Flächen. Gerade vor dem Hintergrund der Ankündigung des Abzugs US-militärischer Soldaten aus Deutschland, stellt sich die Frage nach der künftigen städtebaulichen Nutzbarkeit dieser leerstehenden Areale. So besteht auch von Seiten der Stadt bereits ein Interesse an Konzepten und städtebaulichen Ideen für das ca. 30,6 ha große Areal der Kleber Kaserne.

Zu Beginn des Projektes forderten wird alle Gruppen auf, Referenzbeispiele zu den Themen resiliente, selbstorganisierte, produktive und soziale Stadt  zu recherchieren. Aus der inhaltliche Auseinandersetzung und Analyse von städtebaulichen Projekten wurden die konzeptionellen Überlegungen für den Entwurf angereichert und visionäre Szenarien für die Konversion des Plangebiets entwickelt. Auf diesen aufbauend gaben wir den Auftrag Entwürfe und Umsetzungsstrategien zu erarbeiten, die den sozialen und gemeinschaftlichen Wohnungsbau und die Entstehung einer lebendigen Nachbarschaft fördern. Dabei mussten folgende Vorgaben – im Entwurf städtebaulich und in der Umsetzungsstrategie konzeptionell – berücksichtigt werden: 30% der Wohnungen für Baugruppen, 30% preiswerter und geförderter Wohnraum, 40% freifinanzierter Wohnungsbau.

Die Studierenden trafen in ihren Entwürfen Aussagen zu Freiflächenkonzepten, Nutzungsmischungen, Erdgeschoßgestaltung, zum Bedarf und zur Verortung von sozialen Infrastrukturen, zu Wohnbautypologien und Wohnformen, zu Erschließungssystemen und zur Bebauungsdichte. Eine Besonderheit der Aufgabe lag im Umgang mit dem teilweise denkmalgeschützten Gebäudebestand. Größere Themen, die sich in den Entwürfen abzeichneten, waren die Reduzierung des Autoverkehrs durch die Konzepte mit Parkhäusern, Quartiersgaragen und differenzierten Rad- und Fußwegenetzen, die Entwicklung funktionsgemischter Quartierszentren, ausgeklügelte Regenwasserbewirtschaftungs- und Freiraumkonzepte sowie die Umnutzung der Bestandsgebäude durch kulturelle und soziale Akteure.

Für die Stadt Kaiserslautern sind die nun vorliegenden Entwurfsszenarien wertvolle Impulse für die alternative Nutzung des Kasernenareals und stellen aktuelle Trends in der Diskussion über die Stadt der Zukunft dar.

Digitale Lehre

Ein Entwurfsprojekt als digitale Lehre anzubieten war ein Experiment. So mussten wir neue Wege finden, die Ergebnisse zu präsentieren. Klassischerweise präsentieren wir unsere Pläne auf Postern, auf denen wir Karten maßstabsgetreu an die Wand hängen können, aber das ging nun nicht: alles musste bildschirmkompatibel aufbereitet
werden. Da die Konzentration am Rechner nur eingeschränkt ist, schien uns ein kurzes und limitierendes Format zielführend. Zwischenpräsentationen wurden als Pecha-Kucha-Vorträge abgehalten. Dabei haben die Studierenden geübt, klare und gut verständliche Aussagen möglichst graphisch und visuell aufzubereiten und einen roten Faden zu
formulieren und einprägsame Bilder zu schaffen. Die Abschlusspräsentation war die einzige Präsenzveranstaltung.

Alle städtebaulichen Konzepte und der gesamte Entwurfsprozess wurden für die finale Abgabe als Broschüren aufbereitet und können bei uns im Fachgebiet eingesehen werden.

Info

Modul

Pflichtmodul Großer Entwurf im Masterstudium Stadt- und Regionalentwicklung, Vertiefungsrichtung Stadtplanung. Gemeinsam betreut mit dem Lehrstuhl Stadtplanung.

Betreuung

Dipl.-Ing. Marie Turgetto, Dipl. Ing. Poliksen Qorri-Dragaj, Dipl.-Ing. Ragna Körby, Aleksandra Babina, Prof. Dr.-Ing. Holger Schmidt, Prof. Dr.-Ing. Detlef Kurth

Teilnehmende

Leonie Becker, Lennart Bruß, Carolin Steeb, Dennis Beiser, Dennis Hohlfinger, David Lahm, Eric Schindler, Felix Unruh, Melanie Heintz, Julian Schneider, Jana Laubender, Jana Kubitscheck, Maximilian Kirsch, Katharina Hafner, Katharina Mayer, Kai Trapp, Lena Fastner, Leon Schulten, Max Burkhart, Marie Gunst, Michel Modert, Marvin Stiewing, Nina Landgraf, Sarah Hettich, Stephanie Schneider, Daniel Thress, Thomas Münchow, Valentin Frece, Jonas Weinkauff, Yannik Weber